Buchberger Quartett

Frankfurt am Main

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Buchberger Quartett.
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Pressebilder

Die Pressefotos können honorarfrei im Zusammenhang mit journalistischen Beiträgen über das Buchberger Quartett veröffentlicht werden, mit folgendem credit: © 2009 Lutz Sternstein

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Rezensionen

Vol. 7 (Haydn, Streichquartette op. 17, BRILLIANT CLASSICS 93760)

Im September 2008 erhielt das Quartett auch für diese Einspielung den von der Zeitschrift „Le Monde de la Musique“ vergebenen „choc du mois“.

Auch bei klassik.com wird diese Aufnahme hervorragend besprochen:

„Mit einer neuen Doppel-CD geht die bei Brilliant Classics schrittweise veröffentlichte Gesamteinspielung von Joseph Haydns Streichquartetten durch das Buchberger Quartett in die nunmehr siebte Runde und widmet sich dabei den sechs Kompositionen op. 17 (1771). Die gegenüber der weit bekannteren Werkgruppe op. 20 ein wenig vernachlässigten Quartette kommen in dieser Einspielung ungemein vielfältig daher, wodurch sie erheblich an Profil gewinnen. Gleich der Beginn des F-Dur-Quartetts op. 17 Nr. 2 mit seinem weit geschwungenen Kopfsatz-Thema und der differenzierten Darstellung der Begleitschichten lässt aufhorchen, denn hier herrscht – erkennbar etwa in der sorgfältigen Zeichnung der Phrasen und im überlegten Umgang mit Vibratonuancen – eine Behutsamkeit, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Produktion zieht. Mit diesem Tonfall gelingt es den vier Musikern, den Kompositionen eine einprägsame Wirkung verleihen. Sehr spannend gerät dadurch etwa das c-Moll-Quartett op. 17 Nr. 4, dessen Kopfsatz die Direktheit meidet und einen viersätzigen Prozess in Gang setzt, der sich dann im Finale zu wohl kontrollierter Dramatik auswächst.
 
Eindrucksvoll sind aber auch die Menuette geraten, die zwar in Bezug auf die Phrasierung zunächst einmal auf die rhythmischen Schwerpunkte hin musiziert sind, jenseits des Tänzerischen aber eine besondere Tiefe entfalten. Exemplarisch hierfür ist das Menuett aus dem Quartett E-Dur op. 17 Nr. 1, in dem die Moll-Eintrübungen des Trios mit ihrer kontrapunktischen Faktur durch den beinahe vibratolosen Vortrag unterstützt werden, wodurch eine verschlungene Gegenwelt zum stilisierten Gesellschaftstanz der Rahmenteile entsteht, die doch zugleich auch aus diesen entwachsen ist. Überhaupt wartet gerade diese Komposition mit vielen bemerkenswerten Momenten auf, so in der konzentrierten Durchführung des Kopfsatzes, aber auch im langsamen Satz, wo die Musiker die melodische Entwicklung durch einen hohen Verschmelzungsgrad der teils herben Dissonanzen unterstreichen, und schließlich im Finale, das – pointiert und humorvoll mit geräuschhaften Forte-Einsätzen spielend – ins überschäumende klangliche Extrem gewendet wird.

Besonders gelungen ist auch das G-Dur-Quartett op. 17 Nr. 5, in dem die große Geste des Kopfsatz-Themas vor allem dadurch Gestalt gewinnt, dass die Musiker mit der rhythmischen Spannkraft der Taktschwerpunkte arbeiten, um dann – dieses Element besonders herausstreichend – in der Durchführung fast verstörende rhythmische Verschiebungen und Irregularitäten des Tempos zu erreichen. Und auch bei der Darstellung des Adagios mit seinen pulsierenden Melodieverläufen, die durch eingeschobene Rezitative der ersten Violine zerschnitten werden, erreicht das Buchberger Quartett eine enorme Spannung. Viel leichtfüßiger dagegen gerät der Tonfall des Quartetts D-Dur op. 17 Nr. 6, geprägt etwa durch die luftige Musizierweise bei der Umsetzung des langsamen Satzes mit seinem kadenzierenden Hervortreten der ersten Violine und durch die Virtuosität bei der Umsetzung des Finales und seiner Kontrapunktik. In der Tat: Haydns op. 17 erschließt sich auf dieser CD ganz neu. Ein bis in die kleinen Details hinein stimmiges Musizieren lässt sich hier erleben, und das Buchberger Quartett hat damit eine der bislang schönsten Platten seiner Haydn-Serie vorgelegt." (klassik.com, Dr. Stefan Drees, Juli 2008)


Vol. 6 (Haydn, Streichquartette op. 1 und 2, BRILLIANT CLASSICS 93650)

Im April 2008 erhielt das Quartett für diese Einspielung den von der Zeitschrift „Le Monde de la Musique“ vergebenen „choc du mois“:
„... C´est aussi le cas avec les Buchberger, ce dont on ne peut que se félicitér, car pourront acquérir sans problèmes les seul Quatuors à Fürnberg ceux qui, pour des pages plus tardives, préféront d´autres interprétations. Les Buchberger réussissent particulièrement les quatuors de jeunesse. Leur Opus 9 a déjà bénéficié d´un „Choc“. Leur volume 6 le mérite tout autant.“ (La Monde de la Musique, April 2008, Marc Vignal)

Auch bei „klassik.com“ wird diese Aufnahme im gleichen Monat als „überragend“ (5 Sterne) bewertet:

„Im sechsten Teil seiner Gesamteinspielung der Haydnschen Quartette hat sich das Buchberger Quartett nun auf drei CDs den echten Werken aus den Sammlungen op. 1 und op. 2 gewidmet und die übrigen Stücke – es handelt sich dabei um Arrangements von Sinfonien – ausgeklammert. Dabei ist eine erstaunlich schöne Aufnahme dieser Kompositionen aus den Jahren 1762 bis 1765 entstanden, die sehr für die Werke einnimmt und die transparente Musik zum Teil ungemein vielgestaltig erscheinen lässt. Vor allem einige der Adagio-Sätze lassen aufhorchen: Da ist zum Beispiel das Adagio aus dem Quartett F-Dur op. 2 Nr. 4, das sich geschickt an der Grenze zwischen klassischer Musiksprache und barockem Affekt bewegt und klanglich in wunderbarer Einheit umgesetzt ist. Überzeugend geraten aber auch der klanglich filigrane Adagio-Kopfsatz aus dem Quartett D-Dur op. 1 Nr. 3, der entsprechende langsame Satz aus dem B-Dur-Quartett op. 1 Nr. 1, in dem die begleitenden Streicher einen weichen und flexiblen Klangteppich für das Solo der ersten Violine bilden, und das Adagio aus dem Quartett Es-Dur op. 1 Nr. 2 mit seinen originellen Pizzicato-Einsätzen und dramatischen Unisono-Markierungen, die den Formverlauf strukturieren.
 
Aber auch die raschen Sätze haben viel zu bieten, so der rasante Kopfsatz aus dem B-Dur-Divertimento op. 1 Nr. 1 mit seiner in respondierenden Stimmenkombinationen angelegten Jagdthematik, aber auch die teils mit sehr reizvollen Einfällen aufgelockerten Menuette, die eine sehr vielseitige Umsetzung erfahren – man höre nur einmal das Trio aus dem zweiten Menuett von op. 1 Nr. 3 mit seiner durchlaufenden Basslinie und den vibratolos dagegen gesetzten Phrasen oder das erste Menuett aus dem A-Dur-Quartett op. 2 Nr. 1. Dass dies alles mit Wissen um die Möglichkeiten der historisch-orientierte Aufführungspraxis geschieht, ohne indes sklavisch als historisch korrekte Lesart auftreten zu wollen, ist ein zusätzlicher Pluspunkt. Der Umgang der Musiker mit den verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten der Instrumente macht die Quartette höchst lebendig: Vibrato wird nie im Übermaß verwendet, differenzierte Abstufungen dienen zur Akzentuierung harmonischer Entwicklungen oder auch zur Modellierung melodischer Linien. Es ist schön, das Wissen um die Möglichkeiten so flexibel angewandt zu sehen. Für mich ist dieser Teil ein echter Höhepunkt der Gesamtaufnahme, denn er zeigt, dass das Ensemble gerade im Bereich der unbekannteren Quartette Wichtiges zu sagen versteht und rückt die Musik des frühen Haydn stellenweise in ein ganz neues Licht.“
(klassik.com, Dr. Stefan Drees, April 2008)


Vol. 5 (Joseph Haydn, Streichquartette op. 20, BRILLIANT CLASSICS 93545)

„Die sechs Quartette op. 20 nehmen in Haydns Schaffen einen besonderen Stellenwert ein, denn der Komponist erreicht in ihnen ein bis dahin ungekanntes Maß komplexer Kontrapunktik und zeigt eine rege Experimentierfreude mit formalen wie gestalterischen Mitteln, die durch eine Be- und Verarbeitung extremer Positionen weiter eindrucksvoll unterstrichen wird. […] Das Buchberger-Quartett zeichnet in seiner Interpretation die extremen Spannungen zwischen den hochdramatischen Sätzen und den schlicht gehaltenen aufs Feinste nach und verfällt glücklicherweise nicht der Versuchung, die ohnehin schon starken Kontraste zu überzeichnen. So entsteht eine plastische, klar verständliche und gleichzeitig hochdramatische Interpretation, die durch Transparenz, innere Spannung und fein ausgearbeitete Dynamik in besonderem Maße überzeugt. Man hört, dass hier vier Musiker mit langjähriger Haydn-Erfahrung und spürbarer Freude ans Werk gegangen sind, denn der Funke springt sofort über. Wenn Sie Haydn lieben, müssen Sie diese Doppel-CD kaufen. Und wenn nicht, dann müssen Sie sie erst recht kaufen, sonst entgeht Ihnen was!“ (ensemble, Januar 2008, Detlev Bork)


Vol. 3 (Streichquartette op. 77 & 103, „Die sieben letzten Worte“, BRILLIANT CLASSICS 93138)

“ The Buchbergers play period instruments but at modern pitch, so its performances may be heard alongside modern-instrument ones. The four strings are well balanced, with a lean yet strong sonority. […] Hubert Buchberger explains in his excellent notes that there is no reliable printed score of The Seven Last Words today, and he details his researches and corrections; no doubt others have done the same, as his edition seems in no way radical. In the course of aiding Haydn’s challenge of seven slow movements, the Buchberger sometimes resorts to strong attacks, but I am pleased with both the individual moments and the overall variety achieved. I like this performance very much, more so than some less forceful performances which I recall but can no longer document.” (Fanfare, September/October 2007, James H. North)


Vol. 4 (Joseph Haydn, Streichquartette op. 71 & 74, BRILLIANT CLASSICS 93406)

„... Giunge pertanto assai gradita l´iniziativa del Buchberger Quartett di realizzare un´integrale che, fin dai primi titoli registrati, è parsa come un punto di riferimento nel panorama cameristico contemporaneo, grazie all´incisività e alla luminosità della condotta globale, alla coerenza stilistica, all´intima coesione, uniti a quell´incessante processo dialogico che ritroviamo ampiamente attuato anche in questa nuova incisione dedicata a opere non sempre frequentate e valorizzate nel dovuto modo da altri più noti complessi. ...
... un´esecutione coerente e compatta nella sua connotazione fresca, gioiosa, vitalissima, un´esecutione pienamente in grado, per questo, di tradurre le molteplici peculiarità di ogni singolo Quartetto. All´energia e allo slancio dei movimenti più veloci, alla misurata ricerca espressiva maturate in quelli lenti (bellissimo, in particulare, il Largo assai dell´op. 74 n. 3), al sottile umorismo di certi Finali, si unisce in questa esecuzione una capillare cura dei dettagli, un fraseggio sempre arioso e flessibile, una gamma di sfumature dinamiche e agogiche tali da communicare quella gioia del far musica, che rappresenta la cifra peculiare di questa iniziativa..."
(Claudio Bolzan, musica 186, maggio 2007)


Vol. 2 (Haydn, Joseph: Streichquartette op. 33 & 42, BRILLIANT CLASSICS 93066)

„Ideenreiche Umsetzung. […] Als Hörer kann man hier einige angenehme Überraschungen erleben: Zwar erfindet das Ensemble die Werke nicht von Grund auf neu, doch erzielen die Musiker – dank einer perfekt ausgewogenen aufeinander abgestimmten Musizierhaltung – eine bisweilen höchst ideenreiche Umsetzung mit allerlei Zwischentönen und liefern dadurch eine Interpretation, die durchaus fünf Sterne verdient hat. Prägend ist vor allem der souveräne Umgang mit Fermaten-Ruhepunkten wie im Kopfsatz des C-Dur-Quartetts op. 33 Nr. 3 und die gelegentliche Einfügung kurzer Kadenzen wie im ‚Andante‘ aus op. 33 Nr. 6, was eine gute Kenntnis historischer Aufführungsprinzipien verrät. Zur gelungenen Umsetzung trägt aber auch die rhythmische Prägnanz des präzisen Zusammenspiels bei, wodurch die begleitenden Soli eine enorme Plastizität erhalten, und zwar – wie der Kopfsatz und das ‚Largo e cantabile‘ aus dem Quartett G-Dur 33 Nr. 5, sowie die flexibel harmonisch oder klanglich exponierte Passagen gänzlich vibratolos vorgetragen, was ungemein zur Spannungssteigerung beiträgt. Dass Fermaten unterschiedlich und sehr geschickt ausgeziert sowie in die langsamen Sätze kurze Kadenzen eingefügt werden, zeugt darüber hinaus von großem Stilempfinden.“ (Dr. Stefan Drees, 15. März 2007, klassik.com)


Gesamtaufnahme aller Streichquartette von Joseph Haydn, BRILLIANT CLASSICS

Vol. 1 (Haydn, Streichquartette op. 9, BRILLIANT CLASSICS 92886)

Im April 2006 erhielt das Quartett für diese Einspielung den von der Zeitschrift „Le Monde de la Musique“ vergebenen „choc du mois“:
„Pour un prix défiant toute concurrence, voici le premier volume d’une future intégrale qui s’annonce plus que prometteuse. L’interprétation de l’Opus 9 est enthousiasmante…
… L’intégrale de Brilliant s’ouvre sous les meilleurs auspices, le Quatuor Buchberger […] offrant pour l’Opus 9 une interprétation de haut vol, avec les tempos et les reprises qui conviennent […] et une belle linéarité dans les sonorités. Cette formation avait déjà consacré en 1996 pour La Vergne Classics un excellent CD à Haydn (Opus 20 no 5, 50 no 5 et 74 no 1). Elle tire par exemple le maximum aussi bien du Quatuor no 3 en sol majeur, au «Largo» si proche de l‘«Adagio» (dans la même tonalité) de l’Opus 76 no 1 de 1797, que des variations lentes ouvrant le Quatuor no 5 en si bémol majeur […]”
(Le Monde de la musique, April 2006)


Ernst Toch, Streichquartette Nr. 7 op. 15, Nr. 10 op. 28, cpo 999 775 - 2

Diese Aufnahme erhielt im FONO FORUM März 2003 den „Stern des Monats“.
„Die Buchbergers sind spätestens seit dem von ihnen selbst veranstalteten Toch-Symposion im Jahr 2000 auf das Engste mit den Werken des heute weitgehend vergessenen Komponisten vertraut und erweisen sich als dementsprechend kompetente wie engagierte Anwälte: Flexibel variieren sie in der Tongebung zwischen sämig-dichtem Legato und schlankem Non-vibrato-Spiel, zwischen lyrischer Emphase und gespenstischem con-sordino-Gestus (etwa im „katzenhaft schleichend“ überschriebenem dritten Satz aus op. 28). Mit seiner insgesamt hoch sensiblen, sehr feingliedrigen und lupenrein ausgehörten Darstellung macht das Frankfurter Ensemble die CD zu einer spannenden und hochwillkommenen Bereicherung des Tonträger-Repertoires.“ (FONO FORUM, 12/03, Marcus Stäbler)


„Alfred Schnittke hat sich zeitlebens ausführlich mit Mozart beschäftigt, und das Buchberger-Quartett machte in seinem Konzert in der Musikhochschule, in dem es dessen zweites Streichquartett mit Mozarts d-Moll-Quartett KV 421 konfrontierte, auf Parallelen zweier Personalstile aufmerksam, die dem Hörer ohne werkanalytische Einführung verschlossen bleiben. Mozart und Schnittke – das meint schmerzhafte Emotionalität und kompromisslose Ehrlichkeit im Komponieren.
Wie sich Hubert Buchberger und Julia Greve, Joachim Etzel und Helmut Sohler daran machten, ihr Publikum auf die wundersame Reise von der Wiener Klassik in die russische Ära nach Schostakowitsch vorzubereiten, das dürfte beispielhaft sein. Führten zunächst Klangproben aus Haydns op. 33/5, einem der berühmten „russischen Quartette“, zu Mozarts Quartettlösung im d-Moll-Quartett, wurde deutlich: Mozart hatte Haydn tief verstanden. Mozarts Sturm- und Drang-Metaphorik hingegen, seine polyrhythmischen Experimente, sein Schwanken zwischen Aufbegehren und Resignation, schließlich seine Haltung, die Spannung im Werk am Ende unaufgelöst zu belassen, führten zwangsläufig zu Schnittkes zweitem Quartett.
Hier hat die Vertiefung in altrussische Kirchengesänge die Bedeutung, die Haydn für Mozart besessen haben mochte; auch hier findet sich der Gestus der Trauer an den Grenzen des Darstellbaren. Zwei Klagemauern wurden aufgebaut, die in der Quartettliteratur wohl einmalig dastehen. Das Quartett spielte klangschön, den enormen Schwierigkeiten und dem verzweifelten Wüten der Schnittke-Partitur widerstehend.“
(Frankfurter Rundschau, 30.Juni 2003, Michael Neuner)


„Wer die Aufmerksamkeit des Publikums mehr als zwei Stunden lang auf lediglich zwei Streichquartette zu lenken gedenkt, und das auch noch sechsmal in Folge, braucht einen guten Grund und ein gutes Konzept. Wie das Buchberger-Quartett, das in seinem sechsteiligen Konzertzyklus 2003/2004 Quartette aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Joseph Haydn gewidmeten Streichquartetten Mozarts gegenüberstellt.
Dass diese Kombination für kundige wie naive Zuhörende noch beglückender ist, wenn man sie vorausschauend mit Landkarte und Kompass ausstattet, zeigte das Auftaktkonzert im kleinen Saal der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Hier erwiesen sich Hubert Buchberger, Julia Greve, Joachim Etzel und Helmut Sohler einmal mehr als routinierte Großmeister des Gesprächskonzerts: von der großzügig mit Live-Klangbeispielen illustrierten Einführung von Primarius Hubert Buchberger, bis zum gut vorbereiteten Konzert selbst. Sorgfältig und respektvoll, aber beherzt und analytisch interpretierten die Musiker Henri Dutilleux‘ 1976 komponiertes Streichquartett ‚Ainsi la nuit‘ mit seinen symbolistisch schillernden Spukgestalten aus geisterhaften Flageolett-Tönen und Tremoli, die die komplex konstruierten Melodien umflattern. Bei Mozarts als Dissonanzen-Quartett bekanntem Streichquartett C-Dur KV 465 illustrierten sie die kompositorischen Raffinessen mit minutiös ausgearbeitetem Timing und ausgefeilter Dynamik.“ (Frankfurter Rundschau, 10. Februar 2003)


Ernst Toch, Streichquartette Nr. 11 op. 34 & Nr. 13 op. 74, cpo 999 687 - 2

Ernst Toch (1887–1964) was an 'degenerate' composer: honoured in Weimar Germany, he fled Nazism to build a new life, of sorts, in the US. Before that he taught in Mannheim and, briefly, Berlin. His extensive output of chamber and instrumental works dates from throughout his career; in his 60s he enjoyed an unexpected flowering as a symphonist.
This record in CPO's pioneering Toch series includes works from both periods. Quartet no.11 (Donaueschingen, 1924) is a fiery piece, its outer movements knotty and impetuous. The large-scale opening allegro (marked Anstürmend – stormy) alternates thrusting counterpoint with elements of moody, doubting andante – an intensified Verklärte Nacht, lent added atmosphere by a fine, ringing acoustic. A demonic scherzo follows, whose technical demands are easily mastered by this Frankfurt-based quartet, strongly led by Hubert Buchberger. Toch's Adagio is filled with twilit Romanticism, an anguished bird with flailing wings (compare late Beethoven), chased off by a curious, obsessive climax. A vivid finale revisits the opening mood in curter fashion.
Intriguingly it's the Quartet no.13 (Pasadena, 1953), which employs Schoenbergian techniques Toch usually eschewed, that is the more alluring. The whole work, from the beautiful, pensive opening, is imbued with a singing lyricism. One has confidence in the Buchberger's players at every juncture, and they convey something of the underlying emotion – some feat with a challenging, unfamiliar score. A cello-led passage in the central Allegro and an expressive solo violin introduction to the slow movement are major high points. The vigorous finale shares the impetuosity of its predecessor.

Roderic Dunnett, The Strad, London, March 2002


„Spannung zwischen wilder Kraft und zarter Poesie“
„Welch ein Glück, dass es engagierte Musiker gibt, die ihrem Publikum auch einmal etwas jenseits der etablierten, gefälligen Stücke zumuten. Das international renommierte Buchberger Quartett spielte am Sonnabend in der Musikhalle Streichquartette des 18., 19. und 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stand dabei das Werk des österreichischen Komponisten Ernst Toch (1887-1964), der einer der meistgespielten Komponisten der zwanziger Jahre war. Wie so viele Künstler geriet er nach seiner Emigration in die Vereinigten Staaten in der deutschsprachigen Öffentlichkeit in Vergessenheit.
Einer Offenbarung glich daher die Darbietung von Tochs Streichquartett Nr. 11 von 1923. Mit viel Einfühlungsvermögen und einer beeindruckenden Variation im emotionalen Ausdruck gelang es den Frankfurter Musikern Hubert Buchberger (Violine), Julia Greve (Violine), Joachim Etzel (Viola) und Helmut Sohler (Violoncello), das Werk dieses großen Komponisten wieder zum Leben zu erwecken. Passagen wuchtiger Kraftentfaltung stürmten dem Publikum entgegen, um sich kurz darauf wieder an Klängen zartester Poesie zu brechen. Die innere, beinah beängstigende Spannung dieses Werkes schlug jeden Zuhörer im Saal bis zum letzten Satz in seinen Bann.
Das Streichquartett in f-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy war die gelungene Fortsetzung dieses Konzertabends. Das instrumentale Requiem in Erinnerung an seine verstorbene Schwester Fanny war Mendelssohn Bartholdys letztes, vollendetes Werk. Die Ruhelosigkeit, die ihn getrieben haben mag, war in der Darbietung deutlich spürbar. Weniger klagend als aufbegehrend-fordernd kam das Stück daher, immer wieder angetrieben von drängenden, gezupften Pizzicato-Klängen. In einem exstatischen Finale fand es schließlich sein Ende. (mfe, DIE WELT, Hamburg, 21. Januar 2002)


Wege zur Moderne - Eine Einführung mit Klangbeispielen, cpo 999 395 - 2
Arnold Schönberg, Drittes Streichquartett op. 30 ( 1927)

„Perfekte Klassizität, perfekt bewiesen“
„. . . wie unglaublich einfach diese Musik analytisch zu „durchhören“ ist, geradezu modellhaft unkompliziert entgegen landläufigen Vorurteilen?! Natürlich ist das hier auch ein Verdienst des Primarius Hubert Buchberger, der die nüchterne Expressivität wie die klare Anlage des Quartetts nutzt, Hemmschwellen abzubauen, und der mit großer Einfühlungsgabe und Fingerspitzengefühl ohne jede trockene Attitüde dem Gehör analytische Hilfestellung gibt. In 92 knappen, optimal konturierten Tonbeispielen werden konstruktive Anlage und Kompositionstechnik modellhaft lebendig. . . . Kurz: Experiment voll geglückt - ehe der Hörer an Didaktik denkt, hat er die Musik verstanden, locker, kompetent und spannend im sofort erklingenden Detail präsentiert!
. . . Aber auch die Interpretation des Buchberger-Quartetts widerlegt spröde Vorurteile: mit quasi antididaktischem Temperament und großer klanglicher Frische gehen sie ans Werk, riskieren durchaus traditionelle wienerische Agogik (vor allem im filigranen Variationssatz) und erreichen in jedem Detail eine kristallene Transparenz und individuell durchlebte Aussagekraft. . . .“ (Hans-Christian von Dadelsen, FONO FORUM 5/97